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Großstädte in Deutschland - Oldenburg

Oldenburg (Oldb) ist eine Stadt in Nordwestdeutschland zwischen Bremen und der niederländischen Stadt Groningen. Die Universitätsstadt und ehemalige Residenzstadt des Großherzogtums Oldenburg (daher der Klammerzusatz Oldb im Namen der Stadt, also "Oldenburg in Oldenburg") ist nach Hannover, Braunschweig und Osnabrück die viertgrößte Stadt sowie eines der Oberzentren des Bundeslandes Niedersachsen. Die kreisfreie Stadt ist Sitz des Regierungsbezirks Weser-Ems.

Nächst größere Städte sind Bremen, etwa 41 km östlich, Osnabrück, circa 100 km südlich und Hamburg, um 126 km östlich von Oldenburg (Oldb). Die Einwohnerzahl der Stadt Oldenburg (Oldb) überschritt 1945 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde.

Geographie

Oldenburg (Oldb) liegt in einer Niederung überwiegend am linken Ufer der Hunte, an der Mündung der Haaren, von der Huntemündung bei Elsfleth 23,5 km und von der offenen See etwa 60 km entfernt, im Zentrum des Oldenburger Landes im westlichen Niedersachsen. Die Hunte ist in Oldenburg für kleinere Seeschiffe befahrbar.

Folgende Gemeinden grenzen an die Stadt Oldenburg (Oldb), sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Osten genannt:

Elsfleth (Landkreis Wesermarsch), Hude (Oldenburg), Hatten und Wardenburg (alle Landkreis Oldenburg) sowie Edewecht, Bad Zwischenahn, Wiefelstede und Rastede (alle Landkreis Ammerland)

Wappen

Beschreibung: In Gold eine von einem größeren Mittelturm und zwei kleineren Seitentürmen mit blauen Dächern und aufgesetzten goldenen Kugeln bekrönte rote Stadtmauer; in das schwarze Torfeld unter dem Mittelturm ist der Oldenburger Grafenschild mit seinen "fiev stücken" - auf Gold zwei rote Balken - schräg rechts eingestellt. Die Stadtflagge ist gold-rot-gold-rot-gold waagerecht geteilt. Bedeutung: Für die Residenzstadt der Grafen von Oldenburg ist bereits ein Siegel aus dem Jahr 1307 nachweisbar, das eine dreitürmige Burg zeigt. Später kam das Wappen der Grafen im Torbogen hinzu. In seiner heutigen Form ist das Wappen 1927 festgelegt worden.

Geschichte

1108 wird Oldenburg erstmals als Aldenburg urkundlich erwähnt. 1345 verleiht Graf Konrad I. von Oldenburg Oldenburg bremisches Stadtrecht. 1448 wird Graf Christian von Oldenburg König von Dänemark

1603 beginnt die Regierungszeit Graf Anthon Günthers, der durch geschicktes Handeln das Land Oldenburg vor dem dreißigjährigen Krieg bewahrt. 1667 stirbt Graf Anthon Günther und Oldenburg fällt wieder unter die Herrschaft der Dänen. Im selben Jahr stirbt beinahe jeder zehnte Oldenburger an der Pest, als diese abklingt wird die Stadt von einem durch einen Blitz verursachten Brand fast völlig zerstört. Den Statthaltern des dänischen Königs schien der Wiederaufbau anscheinend kein dringendes Anliegen, die Einwohnerzahl sinkt bis Mitte des 18. Jahrhunderts auf 3.000.

1773 übernimmt das Haus Holstein-Gottorp die Grafschaft, womit diese zum Herzogtum aufsteigt. Oldenburg wird Haupt- und Residenzstadt. 1785 bis 1829 herrscht Herzog Peter Friedrich Ludwig, der die Umgestaltung der Stadt im klassizistischen Stil beginnt und unter dem unter anderem das Peter-Friedrich-Ludwig Hospital entstanden ist. 1786 wird die Landessparkasse zu Oldenburg (angeblich älteste Sparkasse der Welt) gegründet. 1815 wird Oldenburg zum Fürstentum. Drei Jahre später wird Oldenburg (Oldb) eine "Stadt I. Klasse" sowie Sitz eines Amtes. Heute bezeichnet man solche Städte als "kreisfreie Stadt". 1833 "sinkt" sie vorübergehend wieder zur "Stadt II. Klasse" ab, bevor sie 1855 erneut "Stadt I. Klasse" wird.

1918 dankt der letzte Großherzog ab und 1919 wird Oldenburg Hauptstadt des Freistaates Oldenburg. Während der Zeit des Nationalsozialismus 1933 - 1945 ist Oldenburg Gauhauptstadt im Bereich Weser-Ems. 1933 wird auch das Amt Oldenburg erheblich vergrößert und der neue Verwaltungsbezirk später als Landkreis Oldenburg bezeichnet.

Nach dem zweiten Weltkrieg 1945 wächst Oldenburg durch die Aufnahme von 42.000 Flüchtlingen zur Großstadt heran. Ein Jahr später, 1946, wird das Land Oldenburg Bestandteil des Landes Niedersachsen und Oldenburg Hauptstadt des "Verwaltungsbezirks Oldenburg", einer der seinerzeitigen acht Regierungsbezirke des Landes Niedersachsen.

1973 wird die Carl-von-Ossietzky-Universität gegründet. Durch verschiedene Kreisreformen der 1970er Jahre wird der Landkreis Oldenburg verändert und 1978 wird der Verwaltungsbezirk Oldenburg mit den Regierungsbezirken Aurich und Osnabrück zum Regierungsbezirk Weser-Ems vereinigt, dessen Hauptstadt Oldenburg wird. Trotz aller Verwaltungs- und Gebietsreformen bleibt Oldenburg in jenen Jahren stets eine kreisfreie Stadt.

Religionen

Die Stadt Oldenburg (Oldb) gehörte anfangs zum Gebiet des Erzbistums Bremen beziehungsweise zu dessen Archidiakonat St. Willehadi, die St. Johannis-Kapelle gehörte zum Bistum Osnabrück. Die Reformation fasste ab 1526 Fuß und seit 1529 war die Stadt dauerhaft reformiert, doch trat die Stadt 1573 zum Luthertum über (Einführung einer lutherischen Kirchenordnung). Danach war Oldenburg über viele Jahrhunderte vorwiegend protestantisch. Als Hauptstadt des Herzogtums beziehungsweise Großherzogtums Oldenburg war die Stadt auch Sitz der Kirchenverwaltung Evangelisch-Lutherische Kirche in Oldenburg). Hier befand beziehungsweise befindet sich bis heute das Konsistorium beziehungsweise der Oberkirchenrat dieser Landeskirche. Oldenburg wurde auch schon sehr früh Sitz eines Kirchenkreises (Oldenburg-Stadt), zu dem heute alle Kirchengemeinden der Stadt gehören, sofern es sich nicht um Freikirchen handelt.

Spätestens seit Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Oldenburg auch wieder Katholiken. Diese wurden seit 1785 von einem Kaplan versorgt. Der Herzog von Oldenburg ließ 1807 sogar auf seine eigenen Kosten wieder eine katholische Kirche bauen. Später entstanden weitere katholische Kirchen. 1831 wurde Oldenburg Teil des Offizialats Oldenburg des Bistums Münster, nachdem die Bildung eines eigenen katholischen Bistums für das Land Oldenburg scheiterte. Sitz des Offizialats wurde jedoch die Stadt Vechta. In Oldenburg wurde ein Dekanat eingerichtet, das seinerzeit für den gesamten nördlichen Teil des Landes Oldenburg zuständig war. Später wurde das Dekanat Oldenburg in seinem Zuschnitt verändert, doch gehören heute alle Pfarrgemeinden der Stadt Oldenburg (Oldb) zu diesem Dekanat innerhalb des Bistums Münster.

Die älteste Freikirche ist die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten), die heute an der Eichenstraße ihr Gemeindezentrum besitzt. Sie wurde bereits 1837 - also drei Jahre nach der ersten deutschen Baptistengemeinde in Hamburg - gegründet. Die Gemeindepastoren der Gründungssphase waren A. F. W. Haese aus Varel und Johann Ludwig Hinrichs aus Jever. Die Gemeinde hatte in der Anfangszeit unter Verfolgung seitens staatlicher und kirchlicher Behörden zu leiden: Die Kinder der Gemeinde wurden zwangsweise getauft, Versammlungen polizeilich aufgelöst und das Abhalten von Gottesdiensten mit empfindlichen Geld- und Gefängnisstrafen belegt.

Neben den Baptisten gibt es in Oldenburg weitere Freikirchen: die evangelisch-methodistische Friedenskirche, die selbständige evangelisch-lutherische Kirche, die Adventgemeinde, die freie evangelische Gemeinde (FeG), die freie Christengemeinde(FCG) und weitere freie christliche Gemeinschaften.

Seit 1995 gibt es in Oldenburg auch wieder eine israelitische Kultusgemeinde. Hierzu übergab die Stadt Oldenburg am 5. März 1995 der jüdischen Gemeinde ein Kulturzentrum mit Synagoge. Es handelt sich um die ehemalige Baptistenkapelle in der Wilhelmstraße 17, die für Zwecke der israelitischen Kultusgemeinde umgebaut wurde und ganz in der Nähe der 1938 zerstörten Synagoge liegt. Am 25. Juni 1995 konnte die Gemeinde ihre neue Synagoge einweihen. Seit dem 1. August 1995 amtiert die Schweizerin Bea Wyler als erste Rabbinerin Deutschlands in Oldenburg und Braunschweig.

Weitere Religionsgemeinschaften in Oldenburg sind die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, die Neuapostolische Kirche, die christlich-wissenschaftliche Vereinigung und die Christengemeinschaft.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

  • Oldenburgisches Staatstheater
  • Kulturetage
  • Theater hof/19 - eröffnet im September 2001
  • Theater Laboratorium - zeitgenössisches Figurentheater mit Elementen des Schauspiels
  • Theater Wrede - 1985 eröffnetes modernes Theater für Erwachsene und Kinder
  • August-Hinrichs-Bühne
  • UNIKUM und Unitheater - ein Theater der oldenburger Universität

Museen

  • Schloss mit dem Landesmuseum für Kunst- und Kulturgeschichte
  • Landesmuseum für Natur und Mensch
  • Stadtmuseum - dieses Museum zeigt bürgerliche Wohnkultur, eine Antikensammlung, ferner Leben und Werk des Künstlers Prof. Bernhard Winter (1871-1964) und die Stadtgeschichte Oldenburgs
  • Horst-Janssen-Museum mit Werken des Zeichners und Grafikers Horst Janssen
  • Edith-Ruß-Haus - Medienkunst

Bauwerke

  • Lappan, das Wahrzeichen der Stadt
  • Lambertikirche
  • Mausoleum
  • Degodehaus
  • Peter Friedrich Ludwig Hospital
  • Pulverturm

Sonstige Sehenswürdigkeiten

Schlossgarten

Regelmäßige Veranstaltungen

  • im Sommer: Oldenburger Kultursommer (dreiwöchige Veranstaltung mit Jazz, Rock, Folklore, Klassik, Pantomime und anderem)
  • August: Hobbymarkt unter der Autobahn
  • August: Stadtfest
  • September: Weinfest mit Tanz und Folklore
  • September: Internationales Filmfest Oldenburg
  • September/Oktober: Kramermarkt
  • Herbstferien: Kunstmarkt im Cäciliensaal
  • November: Oldenburger Kinder- und Jugendbuchmesse
  • November: Oldenburger Kurzfilmtage zwergWERK
  • Dezember: Lambertimarkt (Weihnachtsmarkt) am Rathaus mit Kunstmarkt

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Die Stadt Oldenburg (Oldb) hat folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen:

  • 1917: Paul von Hindenburg, Generalfeldmarschall und späterer Reichspräsident
  • 1928: Dr. h.c. Helene Lange, Bildungspolitikerin
  • 1944: August Hinrichs, Künstler
  • 1961: Prof. Bernhard Winter, Maler
  • 1963: Prof. Dr. Dr. h.c. Karl Jaspers, Philosoph, Psychiater und politischer Schriftsteller
  • 1992: Horst Janssen (1929-1995), Zeichner und Grafiker

1937 erhielten auch Adolf Hitler und Karl Röver die Ehrenbürgerrechte. Diese wurden 1948 vom der Rat der Stadt jedoch entzogen.

Söhne und Töchter der Stadt

Folgende Personen sind in Oldenburg (Oldb) geboren. Ob sie später ihren Wirkungskreis in Oldenburg (Oldb) hatten oder nicht ist dabei unerheblich. Die Auflistung erfolgt chronologisch nach Geburtsjahr.

  • 1776, 4. Mai, Johann Friedrich Herbart, † 14. August 1841 in Göttingen, Philosoph, Psychologe und Pädagoge
  • 1803, Markus Nathan Adler, † 1890, oldenburgischer Landrabbiner
  • 1842, 5. Februar, Karl Graf von Wedel, † 30. Dzember 1919 in Stockholm, Reichsstatthalter von Elsaß-Lothringen 1907-14
  • 1848, 9. April, Helene Lange, † 13. Mai 1930 in Berlin, Pädagogin und Frauenrechtlerin
  • 1852, 16. November, Friedrich August, † 24. Februar 1931 in Oldenburg, Großherzog von Oldenburg 1900-18
  • 1865, 22. Juli, Dr. Karl Rudolf Heinze, † 26. Mai 1928 in Dresden, Ministerpräsident von Sachsen 26.10. -13.11.1918 und Reichsstatthalter von Sachsen 1923
  • 1873, 26. Februar, Johann Schütte, Konstrukteur von Luftschiffen
  • 1875, 2. April, Theodor Diedrich Wilhelm Francksen, † 14. Juni 1914, Kunstsammler
  • 1879, 18. April, August Hinrichs, † 20. Juni 1956 in Huntlosen, Schriftsteller
  • 1883, 23. Februar, Karl Jaspers, † 26. Februar 1969 in Basel/Schweiz, Philosoph und Schriftsteller
  • 1888, Theodor Pekol, † 1958, Busbauer und -unternehmer
  • 1934, 7. Oktober, Ulrike Meinhof, † 9. Mai 1976 in Stuttgart, Journalistin und Mitbegründerin der Roten Armee Fraktion
  • 1946, 24. März, Su Kramer alias Gudrun Kramer, Sängerin ("Kinder der Liebe")
  • 1951, 12. August, Wolfgang R. Wulf, SPD-Politiker, Mitglied des Landtags von Niedersachsen
  • 1952, 17. Juli, Judith Jupe, Sängerin (Duo Judith & Mel) ("Land im Norden", "Wir")
  • 1954, 7. Februar, Dieter Bohlen, Musiker, Sänger und Komponist
  • 1974, 28. Mai, Hans Jörg Butt, Fußballspieler, Torwart
  • 1974, 06. Juni, Volker Mönnich,

Weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt Oldenburg (Oldb) verbunden sind:

  • Joerg Dao
  • Hermann Ludwig Ehlers, 1904 in Schöneberg bei Berlin, Bundestagspräsident, † 1954, war am Anfang seiner politischen Kariere unter anderem Ratsherr in Oldenburg
  • Hans-Dieter Hogen
  • Horst Janssen, 14. November 1929 in Hamburg, † 31. August 1995 in Hamburg, Zeichner und Grafiker, lebte in Oldenburg
  • Johann Heinrich Suhrkamp, 23. März 1891 in Kirchhatten; † 31. März 1959 in Frankfurt am Main; Gründer des Suhrkamp-Verlages
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